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"Bwana Yesu amefika kweli kweli! Halleluya! Halleluya! Halleluya!"

Autor: Maren | Datum: 07 Januar 2013, 18:02 | Kommentare deaktiviert

Noch zu Beginn des Dezembers hatte ich das Gefühl, Weihnachten sei weit weg und jegliche Weihnachtsstimmung würde ausbleiben. Dann stand es aber plötzlich vor der Tür und erschlug mich regelrecht! Die Adventssonntage wurden in der Gemeinde, zu der ich regelmäßig sonntags in den Gottesdienst gehe und auch im Chor mitsinge, wie jeder andere Sonntag auch behandelt. Es gab zwar einen mit Lametter überladenen Adventskranz, der von den Dachbalken baumelte, doch Weihnachtslieder wurden keine gesungen. Das Backen mit Alena (inklusive Bachs Weihnachtsoratorium während Alenas Mitbewohnerin mit Last Christmas dagegen hielt) setzte dann jedoch etwas bei mir in Bewegung und ich freute mich auf die kommenden Tage.

Am Sonntag vor Weihnachten erhielt ich meine "Choruniform" und erntete dabei strahlende und zustimmende Gesichter der Chormitglieder. Hach, tat das gut, denn es war ein sehr langer und anstrengender Prozess, sich diesen Menschen anzunähern. 

Am 24. Dezember wachte ich bereits um 6 Uhr morgens auf und fragt mich bitte nicht warum, doch ich habe den Verdacht, dass der tansanische Zeitrhythmus abfärbt, denn länger als 7 Uhr zu schlafen wird immer schwieriger für mich. Ich nutzte die frühen Morgenstunden, es den verbliebenen Studenten (viele fuhren über die Festtage und Silvester nach Hause) nachzutun: Ich wusch meine Wäsche, putzte das Zimmer, räumte auf und fing an ein wenig für die bevorstehende Reise zu packen - das steigert ja bekanntlich die Vorfreude ;)

Irgendwann war alles so blitzblank geputzt, dass nichts mehr zu tun übrig blieb. Also ging ich zu Gabi, eine Deutsche, die auch an der SEKOMU arbeitet, Barbara, einer deutschen Lektorin, und ihren Söhnen Peter und Paul, die für ein paar Wochen zu Besuch waren. Gemeinsam wurde das Haus geschmückt, Bananenkuchen gebacken, Geschenke in Zeitungspapier eingewickelt und "Siedler" gespielt. Paul und Gabi waren für das Weihnachtsessen zuständig und während der Hahn und die Kartoffelspalten im Ofen schmorten und Kokosmilch-Reis, Erbsen und Möhren vor sich hin kochten, haben wir unseren Weihnachtsbaum angezündet und eine gemütliche Runde der Bescherung mit Keksen, Kuchen, Kerzen und Kaminfeuer im Wohnzimmer gestaltet. Barbaras Söhne hatten viele Kleinigkeiten aus Deutschland mitgebracht, sodass Gabi sich über ein Nutellaglas freuen konnte, ich über Gummibärchen und Barbara über andere kleine Aufmerksamkeiten. :)

Kurz vor dem absolut leckeren Essen - ein großes Lob an die zwei Köche! - riefen meine Eltern an und ich hatte ein paar Minuten Weihnachten mit ihnen. Ich blieb noch lange bei den mittlerweile lieb gewonnen Freunden, es wurde viel gequatscht, gelacht und gemeinsam der Heilige Abend genossen. Hundemüde, aber unglaublich glücklich fiel ich spät abends ins Bett und schlief tief und fest in den nächsten Tag hinein.

Der 25. Dezember ist der eigentliche und wichtige Tag zu Weihnachten in Tansania. Für mich begann er mit einer Premiere: Ich trug zum aller ersten Mal die Choruniform und fühlte mich sogleich sehr viel verbundener mit meinen Mitsängern und -tänzern! Der Gottesdienst dauerte ca. 3 1/2 Stunden und da es draußen in Strömen regnete, blieben wir alle noch länger, um ausgelassen zu singen und zu tanzen. Der in der Überschrift genannte Ausruf war alle paar Minuten lautstark zu vernehmen und bedeutet "Der Herr Jesus ist wirklich und wahrhaftig angekommen! Hallelujah! Hallelujah! Hallelujah!" Die gesamte Kirche war mit Luftschlangen, Sternen, Lametter, Luftballons, bunten Bändern und zwei Tannenbäumen geschmückt, welche jedoch direkt vor der Kanzel und dem Pult für Ankündigungen standen, sodass man die Sprecher so gut wie nie sehen konnte. Aber das störte anscheinend niemanden; alle feierten die Ankunft des Herrn.

Nach dem Gottesdienst war ich bei einem indischen Lektoren der SEKOMU zum Mittagessen eingeladen. Leider kann ich den Namen des Gerichts weder aussprechen noch schreiben, also nur soviel: Es waren eine Art Reisfladen (ähnlich zu Pfannkuchen) mit einem super leckeren, aber auch extrem scharfen Chutney. Bei indischer Bollywood-Musik und zeitweisem Stromausfall genossen wir das Essen und warteten den Regensturz ein wenig ab, damit ich nicht völlig durchweicht nach Hause gehen musste. Ich war außerdem bei einer tansanischen Familie zum Nachmittag eingeladen, doch aufgrund des Regens, weiten Fußweges und knappen Benzins, konnte also auch nicht abgeholt bzw. später im Dunkeln nach Hause gebracht werden, haben wir die Einladung auf das neue Jahr verschoben. :)

Noch vor Weihnachten hatte ich die Angst, dass ich es alleine verbringen würde, doch schnell merkte ich, dass dies völlig unbegründet war. Ich erlebte ein schönes, anderes, neues und vor allem entspanntes Weihnachten und hatte nie das Gefühl, ich sei alleine mit meinen Weihnachtsplätzchen. :) Besonders die lieben Weihnachtsdekorationen, Briefe,  Karten und Kleinigkeiten, die mich aus nah und fern erreicht haben, trugen dazu bei, denn ich wusste, dass ihr in Gedanken bei mir seid, sobald ich meine "Weihnachtswand" betrachtete.

Schaut doch mal bei den Fotoalben vorbei, denn dort warten ein paar Eindrücke auf euch! :)

 

ein ausgiebiger Einkauf, jede Menge Teig und vorweihnachtlicher Plätzchenduft...

Autor: Maren | Datum: 24 Dezember 2012, 04:33 | Kommentare deaktiviert

... all dies erlebten Alena und ich an einem sonnigen, verregneten und auch leicht matschigen Samstag! Schaut doch mal auf Alenas Seite nach, denn dort gibt es ein Bild, das Appetit macht und ein paar lustige Sätze dazu! :)

Wie ich Weihnachten verbringen werde? Das erfahrt ihr im neuen Jahr, denn ab dem 26.12. bin ich erst einmal ein wenig weg... ;) Nur so viel, um euch ein wenig neidisch zu machen: Silvester am Strand! :)

Fühlt euch feste von mir gedrückt, ich wünsche euch fröhliche Weihnachten und einen guten Start in das neue Jahr! xox

 

Das es Salaam – „Irgendwie klappt es immer, man weiß nur nie wie!“

Autor: Maren | Datum: 07 Dezember 2012, 12:49 | Kommentare deaktiviert

An einem der letzten Wochenenden bin ich mit Gabriela, einer deutschen Mitarbeiterin der Universität, in die größte Stadt Tansanias gefahren, um dort einen ehemaligen Mitarbeiter des Gesundheitsministeriums zu treffen, der mitverantwortlich ist für den neuen Studiengang "Mental Health and Rehabilitation", der im Januar starten soll. Außerdem hat uns ein langjähriger Freund von Gabi zu der Konfirmation seines Sohnes eingeladen, die am gleichen Wochenende stattfand. Wie das nun einmal in Tansania so läuft: Nichts kommt wie geplant und alles kommt anders! Der „Rentner“ flog Sonntagabend aufgrund von Geschäftsterminen nach Europa – die hören hier echt nie auf zuarbeiten, habe ich den Eindruck…! – und konnte somit den angesetzten Termin für Montag nicht wahrnehmen. Wie gut, dass wir noch die Konfirmation hatte, denn dort gab es definitiv genug mitzuhelfen! :)

„Von Fressstation zu Fressstation immer dem Essengeruch nach in Richtung Riesengaumenschmaus!“

Unter diesem Motto stand Gabis und meine Autofahrt nach Dar es Salaam. Zusammen mit zwei weiteren Studenten (Godwin und Charles), die die Mitfahrgelegenheit nutzen konnten, um ihre Familien zu besuchen und dafür auch Vorlesungsschwänzen in Kauf nahmen, ging es am Freitag früh morgens. Zunächst einmal wurde lautstark verkündet: „Next stop: Chapati in Korogwe!“ Wunderbar, denn so nach zwei Stunden Fahrt kann man ja schon einmal wieder Hunger empfinden. Danach wurden Wetten abgeschlossen wie oft wir von der Polizei angehalten werden würden, denn das gehört zur Tagesordnung eines jeden Auto-, Motorrad-, Bus-Fahrers auf tansanischen Straßen! Oft muss es noch nicht einmal einen Grund geben, manchmal hat der Verkehrspolizist auch einfach nur Lust zum quatschen oder hat Durst – da gehen so manche Bußgelder hin…! Die Wettangebote lagen zwischen 3 und 4.

Nach Korogwe ging es dann in Richtung Chalinze, denn was wurde lautstark im Auto nach dem Chapatifest verkündet? „Next stop: The world’s greatest Sambusa in Chalinze!“ Man soll doch bei langen Reisen in Etappen denken, oder? Genau das haben wir getan – in Essensetappen! Falls jemand von euch eine lautstarke Akustikbeschallung wahrgenommen haben sollte, dann waren wir das! Mit lautstarker musikalischer Begleitung rollten wir ’gen Süden! :)

Insgesamt hat es ca. 7 bis 8 Stunden gedauert bis wir endlich bei Herman und Frieda, Gabis Freunden angekommen sind. Zwischendurch haben wir noch die beiden Herren an unterschiedlichen Stellen abgesetzt, waren beim Schneider und schoben dann auch bald schon wieder Kohldampf. Um die Frage nach den Polizeikontrollen zu lösen: Wir wurden drei Mal angehalten, brauchten jedoch zum Glück nicht einmal zahlen! :)

Bei Herman und Frieda wurden wir fröhlich und überschwänglich von der gesamten Familie gegrüßt. Vera, die gerade 19 geworden ist, war noch beim Frisör, doch Victor, das Konfirmationskind war anzutreffen. Mit der Familie lebt noch ein etwa 16jähriges Mädchen namens Salma, welches im Haushalt hilft. Hundemüde von der anstrengend und langen Fahrt, der Hitze und vom Wegscheuchen der Moskitos und Mücken bin ich spät abends in Bett gefallen.

„Nashukuru sana! Kuku wamefanya Scheiße sana!“

Den Samstag verbrachten wir hauptsächlich mit Besorgungen und Vorbereitungen für die Konfirmation. Nun möchte ich einmal das Wort an alle organisationssüchtigen und kurz vor der Krise stehenden Konfi-Eltern richten, wenn es auf die Konfirmation zugeht: Das was ich an diesem Wochenende erlebt habe, würde euch alle in den Nervenzusammenbruch treiben!

  1. Der Typ, der Teller und Besteck zugesagt hatte, sagte kurzfristig am Freitagabend ab und es hat bis zum späten Samstagabend gedauert, bis neues Geschirr gefunden war.
  2. Der Dekorateur ist nie aufgetaucht…!
  3. Der Verkäufer von Wasserflaschengebinden hatte nicht mehr genug vorrätig. Bis knapp vor Ladenschluss am Abend war immer noch kein Wasser eingekauft worden.
  4. Wie viele Menschen ladet ihr zu euren Konfirmationen ein? Hier wurden zum Essen über 100 Verwandte, Freunde, Kollegen und Nachbarn erwartet und für die alle musste auch gekocht werden – auf Feuerholz und draußen!
  5. Kariakoo – hier pulsiert Dar es Salaam!“ Sprach Gabi und hielt eine Stunde später eine aufgeschlitzte Umhängetasche in ihren Händen. Wir bedanken uns sehr, denn so haben wir einen netten Lederarbeiter getroffen und er hatte direkt einen Auftrag!
  6. Auf dem Weg nach Hause mussten wir noch die 20 Hühner bei Friedas Schwester abholen, die ihnen zu der Konfirmation geschenkt worden waren. Wie transportiert man 20 Hühner in labberigen Pappkisten, 3 Riesenblechtöpfe, Deckel, Kochbananenstauden und Allerlei in einem Auto? Genau: Alles in den Kofferraum und die Oma ist dafür zuständig, dass keines der Hühner den Weg zur Rückbank, geschweige denn zum Fahrer findet! Auf der Rückfahrt natürlich wieder ein obligatorischer Stau und die Hühner wurden verdächtig ruhig. Zu Hause angekommen, dann dies hier: „Nashukuru sana! Kuku wamefanya Scheiße sana!“ (übersetzt: „Ich danke sehr! Die Hühner haben so richtig geschissen!“ – Entschuldigt die Wortwahl, doch anders würde es nicht rüberkommen, wie Gabi sich ausgedrückt hat!) Alles wurde schnell aus dem Auto herausgeräumt, die Hühner lebten tatsächlich noch und dann ging es für Gabis Auto in die „Waschstraße“ und für uns gab es Kitimoto (geröstet Schweinefleisch) mit geröstete Kochbanane und Tomaten-Gurken-Zwiebel-Salat.

Völlig fertig suchte ich mir spätabends einen Weg in mein Bett, was gar nicht so einfach war, denn irgendwie vermehrte sich die Menschenmenge vor dem Haus exponentiell. Morgens waren wir noch zu 7, am Ende waren es plötzlich 14 Kinder, 4 Frauen und 3 Männer mehr! Aber auch die haben tatsächlich alle irgendwie und irgendwo schlafen können – oder auch nicht: Frieda hat nur 2 Stunden Schlaf in der Nacht bekommen, aber das ist wohl auch kein Wunder, wenn man sich mit 4 weiteren Frauen ein Doppelbett teilt…!

1 Predigt, 2, Pfarrern, 3 Taufen, 4 ½ Stunden Gottesdienst, 5 Chöre, ca. 40 Konfirmanden und einem Abendmahl für alle Kirchbesucher

Dieser Marathon begann bereits damit, dass wir um 7 Uhr morgens mit dem Auto los mussten, gegen Stau beteten, in Mtoni (Stadtteil von Dar es Salaam) trotz Verspätung unsererseits der Gottesdienst noch gar nicht begonnen hatte und auch das Wetter immer heißer und schwüler wurde. Da hilft nur eins: Trinken, trinken, trinken und zwar nicht den Kelch des Abendmahles sondern literweise Wasser habe herunter gekippt!

Gegen ein Uhr war der Gottesdienst zu Ende und Gabi hat mir noch ihre alte Freiwilligen-Stelle gezeigt. Gabi hat vor ca. 18 Jahren in Mtoni in einer Schule für geistig und körperlich Behinderte Kinder gearbeitet und wir konnten sogar alte Kollegen antreffen. Ich wurde übrigens abwechselnd als Tochter, Nichte und Freundin vorgestellt – etwas Unruhe stiften ;)

Es war bereits halb 4 als wir endlich wieder am Haus ankamen und dort erwartete uns ein Riesen-koch-herum-Gewusel. Die Mamas (Kiswahili für Frauen) haben schnell mit ihren Adleraugen gesehen, wie ich deren Essen anstarre und bereits ein paar Minütchen später hatte ich schon einen Teller voll mit Ugali und Spinat – lecker!! :)

Gegen 4 Uhr fing die eigentliche Feier im „Festsaal“ statt und da zeigen die Fotos mehr als ich auch nur erklären könnte. Schaut für euch selbst! Nur so viel: Am Essen später habe ich mich völlig überfressen, doch es schmeckte auch einfach zu gut (wie schon zu Beginn erwähnt: Riesengaumenschmaus!)!

Von einem super genialen Café über einen Schnitzermarkt bis nach Hause

Den Montag haben Gabi und ich in der Dar es Salaamer Innenstadt verbracht, Erledigungen durchgeführt, einen lustigen Stuttgarter Geschäftsmann im Mokkacity Café getroffen und dabei einen leckeren Chai Latte und genialen, dicken, fetten, schokoladigen Schoko-Muffin gegessen. Danach ging es zum Schnitzermarkt und dort wurde ich mit vielen süßen und kleinen Dingen fündig. :)

Die Rückfahrt ist ohne Vorkommnisse über die Bühne gegangen, jedoch brauchten wir dieses Mal 10 Stunden bis wir endlich wieder in Lushoto ankamen. Alleine aus Dar es Salaam herauszukommen hat uns bereits 3 Stunden gekostet! Insgesamt wurden wir 2 mal angehalten, wir sind wieder mit dem Etappendenken vorangekommen ( ;) ) und auch die musikalische Begleitung durfte natürlich nicht fehlen. ;)

Fotos von Dar es Salaam werden demnächst in einem Fotoalbum erscheinen! 

Liebe Grüße :)

 

Kuna umeme? - Samahani, hakuna!

Autor: Maren | Datum: 19 November 2012, 08:03 | Kommentare deaktiviert

Gibt es Strom? – Entschuldige, den gibt es nicht!

Dieser Austausch findet nun mittlerweile fast stündliche auf dem SEKOMU-Gelände statt, denn Strom ist im Moment rar bzw. existiert so gut wie nie. Die Unterhaltung wird mit traurigen Mimiken und Gesten untermalt und man wünscht sich gegenseitig „Pole sana!“ („Ich fühle mit dir!“ bzw. „Mein Beileid!“). Von Freitagmorgen bis Samstagabend gab es genau 30 Minuten Saft aus der Steckdose und das reichte im Leben nicht, um Handys, Laptops und andere Gerätschaften aufzuladen. Angeblich soll der nationale Stromanbieter TANESCO dafür verantwortlich sein, denn sie sind im Moment wohl dabei, entfernt liegende Dörfer mit Strommasten und –kabeln auszustatten. Immerhin haben sie einen guten Grund für diese ganzen Netzschwankungen. ;)

Nun lerne ich also wie es ist, ohne immer verfügbaren Strom und den damit einhergehenden Konsequenzen und Komplikationen zu leben und umzugehen. Mein kleiner Herd funktioniert nicht, mein Handyakku ist meistens so gut wie leer und der Laptop freut sich jedes Mal, wenn auch nur ein Fünkchen Energie ihn erreicht. Warm duschen ist ein absoluter Luxus, vom Internet mal gar nicht angefangen zu sprechen.

Am Samstagabend ging bei einer Freundin plötzlich der Fernseher an, der Ton funktionierte, doch das Bild verschwand immer mal wieder. Auch den Wasserkocher konnten wir benutzen, doch für die Glühbirnen reichte der Strom immer noch nicht aus. Also wurde wieder zu Kerzen und Streichhölzern gegriffen und so wurde es gewohnt gemütlich.

Doch trotz aller Schwierigkeiten, chronisch schwacher Akkus und so gut wie kaum Internet hat diese ganze „Hakuna umeme“ - Situation auch schöne Seiten:

  1. Ich lerne alltägliche und gewöhnliche Dinge extrem zu schätzen und lade jegliche elektronische Geräte direkt auf, sobald sich eine Gelegenheit ergibt, denn man weiß ja nie, wann es das nächste Mal Strom gibt.
  2. Ich habe immer einen Grund, es mir bei Kerzenschein mit anderen Mädels bei jemandem im Zimmer unter der Bettdecke gemütlich zu machen und es wird gequatscht, gelacht und gegessen was das Zeug hält!
  3. Wenn alles um einen herum komplett dunkel ist und es keinerlei künstliche Lichtquelle gibt, dann strahlen die Sterne am Himmel gleich tausend Mal heller, kräftiger und intensiver.

„Hakuna umeme!“ lohnt sich also allemal – solange ich zwischendurch mein Handy aufladen kann! ;)

 

Wandern im Wald

Autor: Maren | Datum: 06 November 2012, 08:33 | Kommentare deaktiviert

Letzten Samstag war ich mit David, dem englischen Gastlektoren für 4 Wochen, und Barbara, der deutschen Gastlektorin für ein Semster, für etwas mehr als 5 Stunden in der Umgebung wandern und der Weg führte uns über interessante Brückenkonstruktionen, durch Dörfer, über Stock und Stein und entland an Unmengen von Eukalyptus-Bäumen, die so stark gerochen haben, dass meine Nasennebenhöhlen komplett gereinigt wurden!

Dies sieht zwar instabil aus, lässt sich aber wunderbar als Gleichgewichtsübung benutzen! :)

Eines der Häuser, an denen wir auf unserem Weg entlang gekommen sind. Die Kinder sind uns daraufhin lange gefolgt und es bot sich die Gelegenheit ein "Kinder-Kiswahili" zu sprechen. Dies hatte zur Folge, dass es nicht auffiel, wie ich dabei war mir einen abzubrechen... :) Spitze für's Ego!

Der lange Aufstieg lohnt sich immer in genau dem Moment, indem man den Blick ins Weite vor sich hat!

David hat der Ehrgeiz gepackt und spontan ist er zu den Kindern auf den Felsen geklettert. Er ist auch wieder heile runtergekommen, keine Sorge! ;)

Hier kann man sehr gut sehen, wie hoch so mancher Eukalyptus-Baum hier wird - da kommt man sich vor wie ein Zwerg... 

Zwischendurch sind wir etwas vom Weg abgekommen und durch's "Unterholz" gelaufen. Eine Mama, die gerade Feuerholz gesammelt hat, hat uns wieder auf den richtigen track gebracht, etwas begleitet und dann den Weg Richtung SEKOMU beschrieben. Mit einer Anmutigkeit und hoch erhobenem Hauptes ging sie vor uns her über einen Felsen, wo nur ein heller Streifen den Weg markiert. 

Bereits den gesamten Tag war es sehr nebelig, bewölkt und regnerisch gewesen, doch davon hatten wir uns ja nicht aufhalten lassen. ;) Direkt unterhalb der Nebelfront lässt sich die Universität erahnen und bei dem Anblick wussten wir: Bald sind wir zu Hause, eine Dusche wird folgen und dann gibt es etwas leckeres zu Essen! :)

Die Stunden im Wald habe ich gut überlebt, bin abends hundemüde und fertig ins Bett gefallen und eine gute Nachricht gibt es: Ich hatte keinen Muskelkater! :)

P.s.:Bin ich nicht schön braun geworden? ;)

 

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