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Von allem ein bisschen...

Autor: Maren | Datum: 29 April 2013, 17:05 | Kommentare deaktiviert

Zitat eines Kollegens als er vorhin triefend ins Büro kam während draußen der Regen auf's Dach prasselte:

 "Ein bisschen Regen, ein bisschen Kälte, ein bisschen Nebel, ein bisschen Sonne und ein bisschen Strom - das ein einzelner Tag in Magamba während der Regenzeit, von allem nur ein bisschen und eines der fünf dominiert abwechselnd!"

Ich finde diese Beschreibung trifft den Nagel auf den Punkt. 

Heute morgen bin ich in Regenklamotten aus dem Haus gegangen, habe mir sehnlichst Regenstiefel wegen des Matsches gewünscht, und musste unter einem umgekippten Baum durch krabbeln, da dieser Wind und Regen in der Nacht nicht standhalten konnte. Der Nebel war so dick, dass ich keine paar Meter sehen konnte. Da ist es definitiv hilfreich, dass ich die Löcher und Wurzeln auf dem Weg mittlerweile im Schlaf finde und somit unfallfrei auf Campus B angekommen bin. Im Büro haben wir uns Heizungen oder zumindest einen Heizlüfter in Gedanken vorgestellt (wie mit dem Eis, wenn es so heiß ist), damit die Gliedmaßen wieder auftauen und das Tippen auf der Computertastatur wurde durch das regelmäßige Kneten der Hände unterbrochen. Der Strom kommt und geht wie es ihm gerade passt, da hilft auch kein gutes Zureden. 

Abends sieht das Ganze genau so aus, nur dann habe ich die Möglichkeit mir zu Hause Jacken und dicke Socken anzuziehen und mich in viele, viele Tücher zu hüllen. Dann geht es auf zu den Mädels, die auch auf Campus A leben und wenn alle so aussehen wie man selbst, dann fällt die schräge Klamotten-Tuch-Kombination auch gar nicht mehr auf! :)

Wenn Kollegen bemerken, dass auch ich friere, dann kommt ein erstauntes "Kumbe! Unasikia baridi pia?!" - "(ist in etwa unser erstauntes Oh!) Auch dir ist kalt?!" - "Ja warum denn nicht?" "Na, immerhin bist du aus Deutschland und dort ist es doch noch viel kälter. Deshalb bist du abgehärtet und spürst Kälte mich mehr!" Wenn die wüssten, dass ich in Deutschland die größte offizielle Frostbeule bin, dann würde sie sich aber mehr als wundern... :D

Schickt doch also mal ein paar wärmende Sonnenstrahlen - viiiiiele Menschen werde es euch danken! :)

 

103 Stunden, über 3500km und 35 anstatt 15 - warum? Maren is on the road!

Autor: Maren | Datum: 06 April 2013, 21:06 | Kommentare deaktiviert

Ein verspätetes Frohe Ostern! Happy Easter und Heri ya Pasaka! an euch alle zunächst einmal! Sehr viel ist passiert in den letzten Wochen und ich möchte versuchen, euch etwas auf den neusten Stand zu bringen. ;) Ich werde versuchen es kurz und knackig zu halten, damit es nicht in einen minutiösen Tagesbericht ausartet!

Fange ich also mal mit Ende Februar an, denn seitdem ist viel geschehen:

Die Examenphase an der SEKOMU lief auf Hochtouren, zwei Wochen lang habe ich Unmengen an Klausuren bei den Visual Impaired Students beaufsichtigt und meine Tage waren definitiv gut ausgelastet. Nebenbei verbrachte ich die Abende bei Lehrenden und Studenten, hatte Besuch von der VEM-Freiwilligen Lena aus Bukoba für ein paar Tage und ließ meinen Wäschehaufen höher und höher wachsen.

Zusammen brachen Lena und ich zum Zwischenseminar auf – weit hatten wir es ja nicht, denn die Reiseroute sah folgendermaßen aus: Raus aus Magamba, runter nach Lushoto und wieder hoch auf der anderen Seite der „Hauptstadt der Usambara-Berge“, sprich ca. 45 Minuten mit dem daladala (Kleinbus). Zum Seminar kamen alle 7 VEM-Ostafrika-Freiwilligen (Ruanda und Tansania) und 8 Freiwillige der Christlichen Dienste. Wir hatten eine knappe Woche Zeit zum Quatschen, Austauschen, Erzählen und Reflektieren, denn immerhin waren bereits 6 Monate rum!

Nachdem wir alle Handynummern ausgetauscht hatten, ging es nach dem Seminar für Freddy, Mona, Manuel (Ruander-Freiwillige) und mich auf ins Abenteuer und ich habe mitgezählt: 103 Stunden im Bus, daladala, Taxi oder auf dem pikipiki (Motorrad), mindestens 3500km on the road und das Ganze bei jeglichen Wetter- und Straßenverhältnissen. Unser erster Stopp war Dar es Salaam und einer der CD-Freiwilligen gab uns den folgenden Kommentar mit auf den Weg: „In Dar es Salaam schwitzt man nur einmal, doch dann für immer!“ Er sollte ja so Recht behalten!

An der Küste von Stonetown Doch bereits am nächsten Tag ging es weiter – ab ins Paradies auf die allseits bekannte Insel im Indischen Ozean, wo sich Gewürze, geniales Essen, Palmenstrände und türkisblaues Wasser antreffen lassen: Zanzibar! Über einen Kontakt haben wir James kennengelernt, bei dem wir im Apartment mitten in Stonetown (Altstadt der Hauptstadt Zanzibars) schlafen konnten, er hat uns tolle Ecken gezeigt und uns mit seinen Freunden bekannt gemacht. Ihm haben wir es zu verdanken, dass wir zu einem unverschämt günstigen Preis ein Häuschen an der Bucht von Michamwi bekommen konnten und dort ein paar traumhafte Tage verbracht haben. Tagsüber schnorcheln, supping (stehend auf einem Surfboard durch Mangrovenwälder paddeln und dabei versuchen, nicht herunter zu fallen!), schwimmen, am Strand liegen und lesen. Abends haben wir mit James, der sich uns kurzerhand angeschlossen hat, und seinen Freunden zusammen gekocht, am Lagerfeuer gesessen und genial lecker gewürztes Essen genossen. Die Zeit mit James und seinen Leuten werde ich für immer mit genau einer Musikrichtung in Verbindung bringen: Raggae! Noch bevor ich aus dem Bett gekrabbelt bin, habe ich es schon aus der Küche gehört.

Nach ein paar Tagen sind wir nach Kiwengwa umgezogen, was weiter im Norden der Insel liegt. Auch dort genossen wir die ruhigen Tage, tauschten uns weiter über Erfahrungen der letzten Monate, Erlebnisse und unsere ganz unterschiedlichen Erwartungen bzgl. der nächsten Monate aus. Doch nach einer schönen Woche auf Zanzibar entschlossen wir uns, dass es nun weitergehen sollte und somit ging es zurück nach Stonetown, rauf auf die Fähre und rein ins Gewusel von Dar es Salaam. Das schöne als Freiwillige/r zu reisen ist die Tatsache, dass man eigentlich immer bei anderen Freiwilligen unterkommen kann.

Und so gestalteten wir unsere nächsten Stopps sowohl in Dar es Salaam, wo wir nur eine Nacht blieben, Moshi, welches unser nächstes Ziel war und auch in Arusha. In Moshi traf ich Barbara, die in den nächsten Wochen nach Deutschland zurückkehren wird, und wir nutzen die Gelegenheit zu einem ausgiebigen Plausch, während die anderen drei sich mit weiteren Freiwilligen trafen und dort unterkommen konnten. Am nächsten Tag ging es mit Mona und Manuel auf nach Arusha, da Freddy noch ein bisschen bleiben wollte, um zwei CD-Freiwillige zu besuchen. Dort konnten sich die zwei eine Safari durch hartnäckiges Handeln erobern und somit ging es für Mona und Manuel direkt am nächsten Tag weiter zum Tarangire Nationalpark und Ngorogoro-Krater.

Da ich dringend mal wieder einen Tag ohne Bus erleben wollte, entschied ich mich zu einem „Ruhetag“ in Arusha, sprich: Wäschewaschen, lesen und Füße hochlegen! Ich wollte unbedingt Lena noch in Bukoba besuchen und somit machte ich mich am nächsten Tag mit dem Bus auf in ihre Richtung. Um 6 Uhr ging es los, die Hüfte knallte bei jedem Schlagloch an die Metallstange neben mir und ich hatte 15 weitere Stunden noch vor mir. Mache ich es kurz: Aufgrund von nicht nur einer Buspanne, sondern gleich vieren; einer Übernachtung im Bus am Straßenrand einer Raststätte, wo ich, da ich seit dem Morgen nur ein paar Kekse gegessen hatte, eine riesige Portion Reis mit einer großen Schüssel Leber vertilgte (ich habe mir das Fleisch erst am Ende des Mahl so richtig angesehen – der Hunger war einfach zu groß…), und da der Bus am nächsten Morgen nicht ansprang (Motorproblem – was sonst?!), warteten wir noch bis 14 Uhr bis es endlich weiterging. Nach 35 Stunden kam ich glücklich und mit schmerzenden Gliedmaßen in Bukoba bei Lena an und bei einem bin ich mir sehr sicher: Hätte ich diese Route vor 6 Monaten durchgezogen, wäre ich nicht so entspannt gewesen, da bin ich mir sehr sicher!

Ich verbrachte ein paar Tage mit Lena in Bukoba, Mona kam am nächsten Tag dazu und dann ging es nach Ntoma, wo Lena ein Jahr im Waisenhaus für bis zu 2 Jahre alte Kinder arbeitet.

Nur einmal kurz ein Klischee: Diese Kinder sind einfach zu süß gewesen!

Wir spielten mit den Kindern, wickelten, halfen beim Essen und Baden und natürlich durfte auch die Wäsche nicht vergessen werden: Per Hand wird für über 30 Kinder täglich zweimal am Tag die Kleidung, Windeln und – entschuldigt die Ausdrucksweise, aber mir fällt einfach kein besserer Begriff ein – Kackwäsche gewaschen, ausgewrungen und aufgehängt. Ich habe einen Heidenrespekt vor den Waisenhausmitarbeiterinnen und Lena, dass sie dies Tag ein, Tag aus machen, ich muss nämlich zugeben, dass ich froh bin, nur meine eigene Wäsche waschen zu müssen…

Für Mona ging es danach zurück nach Ruanda, ich trat die Rückreise nach Lushoto über Arusha an. Irgendwie scheine ich nicht allzu viel Glück mit den Bussen zu haben, denn bis nach Arusha brauchte ich 20 Stunden und selbst die Fahrt nach Lushoto dauerte länger als gewöhnlich. Doch glücklich, hundemüde und pitschnass – danke, Magamba für den tollen Empfang mit einem Regensturz sobald ich aus dem daladala trat! – kam ich nach fast 4 Wochen Abwesenheit an der SEKOMU an und wurde überschwänglich von meinen Kollegen begrüßt! Das gestaltete das Eingewöhnen gleich sehr viel leichter und da genug Arbeit mit den Nachprüfungen vorhanden war, kam auch keine Langenweile auf. Es war schön, zurück zu sein! :)

Ostern stand dann „plötzlich“ vor der Tür und deshalb füllten sich meine Tage mit Chorproben, Gottesdiensten und Osterbesuchen. „Bwana Yesu amefufuka kweli, kweli! Halleluya! Halleluya! Halleluya!“ – „Der Herr Jesus ist wirklich und wahrhaftig auferstanden! Halleluja! Halleluja! Halleluja!“ schallte es mehrmals durch die Kirche, es wurde gesungen und getanzt bis die Stimmbänder und Füße schmerzten und da ich jeden Tag bei Jemandem eingeladen war, hörte der Essensmarathon einfach nicht auf.

Nun hat das zweite Semester begonnen, die Studenten kehren so langsam aus den Semesterferien zurück und die Uni füllt sich mit Menschen. Ich kann nicht fassen, dass bereits über 7 Monate rum sind und sogar das Rückflugticket bereits ins Postfach gesegelt. Die Zeit scheint nun echt zu rennen und so lebe ich so vor mich hin, fülle meine Zeit mit Allerlei und genieße das „entschleunigte Leben“ zwischen Stromausfällen und Regengüssen.

Von eurer Seite des Globus’ habe ich vernommen, dass der Frühling es dieses Jahr alles andere als leicht hat – Poleni! (Ich fühle mit euch!) –, aber hier hat mittlerweile die Regenzeit begonnen und auch ich kämpfe um jeden einzelnen Sonnenstrahl, denn irgendwie muss meine Wäsche ja trocken werden und es ist schon schön, nicht immer völlig durchnässt überall anzukommen! ;)

Wer noch etwas mehr von der Reise wissen möchte, der sollte bei Manu und Mona auf dem Blog vorbeischauen, denn die haben ein paar Dinge ausführlicher beschrieben. Es lohnt sich! :) Fotos werde ich hoffentlich demnächst hochladen und dann gibt es auch wieder etwas zum Betrachten - und neidisch werden! ;)