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ein ausgiebiger Einkauf, jede Menge Teig und vorweihnachtlicher Plätzchenduft...

Autor: Maren | Datum: 24 Dezember 2012, 04:33 | Kommentare deaktiviert

... all dies erlebten Alena und ich an einem sonnigen, verregneten und auch leicht matschigen Samstag! Schaut doch mal auf Alenas Seite nach, denn dort gibt es ein Bild, das Appetit macht und ein paar lustige Sätze dazu! :)

Wie ich Weihnachten verbringen werde? Das erfahrt ihr im neuen Jahr, denn ab dem 26.12. bin ich erst einmal ein wenig weg... ;) Nur so viel, um euch ein wenig neidisch zu machen: Silvester am Strand! :)

Fühlt euch feste von mir gedrückt, ich wünsche euch fröhliche Weihnachten und einen guten Start in das neue Jahr! xox

 

Das es Salaam – „Irgendwie klappt es immer, man weiß nur nie wie!“

Autor: Maren | Datum: 07 Dezember 2012, 12:49 | Kommentare deaktiviert

An einem der letzten Wochenenden bin ich mit Gabriela, einer deutschen Mitarbeiterin der Universität, in die größte Stadt Tansanias gefahren, um dort einen ehemaligen Mitarbeiter des Gesundheitsministeriums zu treffen, der mitverantwortlich ist für den neuen Studiengang "Mental Health and Rehabilitation", der im Januar starten soll. Außerdem hat uns ein langjähriger Freund von Gabi zu der Konfirmation seines Sohnes eingeladen, die am gleichen Wochenende stattfand. Wie das nun einmal in Tansania so läuft: Nichts kommt wie geplant und alles kommt anders! Der „Rentner“ flog Sonntagabend aufgrund von Geschäftsterminen nach Europa – die hören hier echt nie auf zuarbeiten, habe ich den Eindruck…! – und konnte somit den angesetzten Termin für Montag nicht wahrnehmen. Wie gut, dass wir noch die Konfirmation hatte, denn dort gab es definitiv genug mitzuhelfen! :)

„Von Fressstation zu Fressstation immer dem Essengeruch nach in Richtung Riesengaumenschmaus!“

Unter diesem Motto stand Gabis und meine Autofahrt nach Dar es Salaam. Zusammen mit zwei weiteren Studenten (Godwin und Charles), die die Mitfahrgelegenheit nutzen konnten, um ihre Familien zu besuchen und dafür auch Vorlesungsschwänzen in Kauf nahmen, ging es am Freitag früh morgens. Zunächst einmal wurde lautstark verkündet: „Next stop: Chapati in Korogwe!“ Wunderbar, denn so nach zwei Stunden Fahrt kann man ja schon einmal wieder Hunger empfinden. Danach wurden Wetten abgeschlossen wie oft wir von der Polizei angehalten werden würden, denn das gehört zur Tagesordnung eines jeden Auto-, Motorrad-, Bus-Fahrers auf tansanischen Straßen! Oft muss es noch nicht einmal einen Grund geben, manchmal hat der Verkehrspolizist auch einfach nur Lust zum quatschen oder hat Durst – da gehen so manche Bußgelder hin…! Die Wettangebote lagen zwischen 3 und 4.

Nach Korogwe ging es dann in Richtung Chalinze, denn was wurde lautstark im Auto nach dem Chapatifest verkündet? „Next stop: The world’s greatest Sambusa in Chalinze!“ Man soll doch bei langen Reisen in Etappen denken, oder? Genau das haben wir getan – in Essensetappen! Falls jemand von euch eine lautstarke Akustikbeschallung wahrgenommen haben sollte, dann waren wir das! Mit lautstarker musikalischer Begleitung rollten wir ’gen Süden! :)

Insgesamt hat es ca. 7 bis 8 Stunden gedauert bis wir endlich bei Herman und Frieda, Gabis Freunden angekommen sind. Zwischendurch haben wir noch die beiden Herren an unterschiedlichen Stellen abgesetzt, waren beim Schneider und schoben dann auch bald schon wieder Kohldampf. Um die Frage nach den Polizeikontrollen zu lösen: Wir wurden drei Mal angehalten, brauchten jedoch zum Glück nicht einmal zahlen! :)

Bei Herman und Frieda wurden wir fröhlich und überschwänglich von der gesamten Familie gegrüßt. Vera, die gerade 19 geworden ist, war noch beim Frisör, doch Victor, das Konfirmationskind war anzutreffen. Mit der Familie lebt noch ein etwa 16jähriges Mädchen namens Salma, welches im Haushalt hilft. Hundemüde von der anstrengend und langen Fahrt, der Hitze und vom Wegscheuchen der Moskitos und Mücken bin ich spät abends in Bett gefallen.

„Nashukuru sana! Kuku wamefanya Scheiße sana!“

Den Samstag verbrachten wir hauptsächlich mit Besorgungen und Vorbereitungen für die Konfirmation. Nun möchte ich einmal das Wort an alle organisationssüchtigen und kurz vor der Krise stehenden Konfi-Eltern richten, wenn es auf die Konfirmation zugeht: Das was ich an diesem Wochenende erlebt habe, würde euch alle in den Nervenzusammenbruch treiben!

  1. Der Typ, der Teller und Besteck zugesagt hatte, sagte kurzfristig am Freitagabend ab und es hat bis zum späten Samstagabend gedauert, bis neues Geschirr gefunden war.
  2. Der Dekorateur ist nie aufgetaucht…!
  3. Der Verkäufer von Wasserflaschengebinden hatte nicht mehr genug vorrätig. Bis knapp vor Ladenschluss am Abend war immer noch kein Wasser eingekauft worden.
  4. Wie viele Menschen ladet ihr zu euren Konfirmationen ein? Hier wurden zum Essen über 100 Verwandte, Freunde, Kollegen und Nachbarn erwartet und für die alle musste auch gekocht werden – auf Feuerholz und draußen!
  5. Kariakoo – hier pulsiert Dar es Salaam!“ Sprach Gabi und hielt eine Stunde später eine aufgeschlitzte Umhängetasche in ihren Händen. Wir bedanken uns sehr, denn so haben wir einen netten Lederarbeiter getroffen und er hatte direkt einen Auftrag!
  6. Auf dem Weg nach Hause mussten wir noch die 20 Hühner bei Friedas Schwester abholen, die ihnen zu der Konfirmation geschenkt worden waren. Wie transportiert man 20 Hühner in labberigen Pappkisten, 3 Riesenblechtöpfe, Deckel, Kochbananenstauden und Allerlei in einem Auto? Genau: Alles in den Kofferraum und die Oma ist dafür zuständig, dass keines der Hühner den Weg zur Rückbank, geschweige denn zum Fahrer findet! Auf der Rückfahrt natürlich wieder ein obligatorischer Stau und die Hühner wurden verdächtig ruhig. Zu Hause angekommen, dann dies hier: „Nashukuru sana! Kuku wamefanya Scheiße sana!“ (übersetzt: „Ich danke sehr! Die Hühner haben so richtig geschissen!“ – Entschuldigt die Wortwahl, doch anders würde es nicht rüberkommen, wie Gabi sich ausgedrückt hat!) Alles wurde schnell aus dem Auto herausgeräumt, die Hühner lebten tatsächlich noch und dann ging es für Gabis Auto in die „Waschstraße“ und für uns gab es Kitimoto (geröstet Schweinefleisch) mit geröstete Kochbanane und Tomaten-Gurken-Zwiebel-Salat.

Völlig fertig suchte ich mir spätabends einen Weg in mein Bett, was gar nicht so einfach war, denn irgendwie vermehrte sich die Menschenmenge vor dem Haus exponentiell. Morgens waren wir noch zu 7, am Ende waren es plötzlich 14 Kinder, 4 Frauen und 3 Männer mehr! Aber auch die haben tatsächlich alle irgendwie und irgendwo schlafen können – oder auch nicht: Frieda hat nur 2 Stunden Schlaf in der Nacht bekommen, aber das ist wohl auch kein Wunder, wenn man sich mit 4 weiteren Frauen ein Doppelbett teilt…!

1 Predigt, 2, Pfarrern, 3 Taufen, 4 ½ Stunden Gottesdienst, 5 Chöre, ca. 40 Konfirmanden und einem Abendmahl für alle Kirchbesucher

Dieser Marathon begann bereits damit, dass wir um 7 Uhr morgens mit dem Auto los mussten, gegen Stau beteten, in Mtoni (Stadtteil von Dar es Salaam) trotz Verspätung unsererseits der Gottesdienst noch gar nicht begonnen hatte und auch das Wetter immer heißer und schwüler wurde. Da hilft nur eins: Trinken, trinken, trinken und zwar nicht den Kelch des Abendmahles sondern literweise Wasser habe herunter gekippt!

Gegen ein Uhr war der Gottesdienst zu Ende und Gabi hat mir noch ihre alte Freiwilligen-Stelle gezeigt. Gabi hat vor ca. 18 Jahren in Mtoni in einer Schule für geistig und körperlich Behinderte Kinder gearbeitet und wir konnten sogar alte Kollegen antreffen. Ich wurde übrigens abwechselnd als Tochter, Nichte und Freundin vorgestellt – etwas Unruhe stiften ;)

Es war bereits halb 4 als wir endlich wieder am Haus ankamen und dort erwartete uns ein Riesen-koch-herum-Gewusel. Die Mamas (Kiswahili für Frauen) haben schnell mit ihren Adleraugen gesehen, wie ich deren Essen anstarre und bereits ein paar Minütchen später hatte ich schon einen Teller voll mit Ugali und Spinat – lecker!! :)

Gegen 4 Uhr fing die eigentliche Feier im „Festsaal“ statt und da zeigen die Fotos mehr als ich auch nur erklären könnte. Schaut für euch selbst! Nur so viel: Am Essen später habe ich mich völlig überfressen, doch es schmeckte auch einfach zu gut (wie schon zu Beginn erwähnt: Riesengaumenschmaus!)!

Von einem super genialen Café über einen Schnitzermarkt bis nach Hause

Den Montag haben Gabi und ich in der Dar es Salaamer Innenstadt verbracht, Erledigungen durchgeführt, einen lustigen Stuttgarter Geschäftsmann im Mokkacity Café getroffen und dabei einen leckeren Chai Latte und genialen, dicken, fetten, schokoladigen Schoko-Muffin gegessen. Danach ging es zum Schnitzermarkt und dort wurde ich mit vielen süßen und kleinen Dingen fündig. :)

Die Rückfahrt ist ohne Vorkommnisse über die Bühne gegangen, jedoch brauchten wir dieses Mal 10 Stunden bis wir endlich wieder in Lushoto ankamen. Alleine aus Dar es Salaam herauszukommen hat uns bereits 3 Stunden gekostet! Insgesamt wurden wir 2 mal angehalten, wir sind wieder mit dem Etappendenken vorangekommen ( ;) ) und auch die musikalische Begleitung durfte natürlich nicht fehlen. ;)

Fotos von Dar es Salaam werden demnächst in einem Fotoalbum erscheinen! 

Liebe Grüße :)