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Magamba Rainforest

Autor: Maren | Datum: 29 Oktober 2012, 11:05 | Kommentare deaktiviert

Am Wochenende haben David (ein britischer a.D. Lehrender, der hier im Bereich "Cognitive Disabilities"für ein paar Wochen unterrichtet), Alena und ich eine 6 1/2 stündige Wanderung durch den Magamba Rainforest gemacht. Leider (oder vielleicht war das sogar ganz gut, denn sonst wäre es echt heiß geworden) war der Himmel sehr zugezogen und zwischendurch, besonders am Ende sind wir richtig nass geworden - an Regenjacken hatten wir Mädels nicht gedacht (Schwerpunkt des Inhalts: Essen, Essen, Wasser, Essen und Erdnüsse zum Knabbern), denn die letzten Wochen war hier erstaunlich Trocken gewesen. Die Bauern würden sagen: zu trocken, denn eigentlich müssten wir uns im Moment mitten in der Regenzeit befinden, doch auch hier schlägt der Klimawandel zu.

Man ahnt nichts böses, schaut auf den Weg und plötzlich habt man eine riesengroße Ameisenstraße vor sich! Die waren extrem beschäftigt, schnell und ließen sich nicht von uns aus dem Konzept bringen, denn Zeit ist zwar in deren Falle nicht Geld doch definitiv Essen!

Ameisenstraße
Beim näheren Betrachen kann man sogar sehen,dass sie eine Art Tunnel bilden, um sich schnellst möglich von einem Ort zum anderen zu bewegen. Ich habe ja schon jede Menge Ameisen in meinem Leben gesehen, doch deren Größe hat mich echt umgehauen! Viele waren größer als einer meiner Fingernägel!

Ameisentunnel Auf unserem Weg haben wir jede Menge verschiedene Arten an Blumen gesehen. Eine davon ist die Black Eyed Susan.

Black Eyed Susan

In Deutschland findet man eine Art Hochstuhl, um Rehe und Wildschweine zu beobachten. Soetwas gibt es hier auch: eine kleine Hütte, die am Feldrand steht und von dort aus wird - in diesem Falle - der Mais vor diebischen Krähen und anderen Tieren bewacht. 

Ausguck an einem Feld

Der Weg führte uns irgendwann mitten durch den Rainforest, unter Lianen her, über kleine Flussläufe mit Brettern zum Drüberlaufen und es ging die gesamte Zeit hoch und runter. Erschöpft aber extrem glücklich kamen wir am Magamba View Point auf 1850m Höhe an. Der Ausblick belohnte uns!

Lushoto vom Magamba View Point aus Der nächste Halt war ein alter deutscher Bunker aus Zeiten des Ersten Weltkrieges und darin in der Dunkelheit erwartete uns eine fliegende Überraschung: (gefühlte) hunderte an Fledermäusen! An sich ist das ja gar nicht dramatisch und wir Mädels wussten auch, dass sie uns nicht berühren würden, doch trotzdem kam so mancher erstickter oder auch mal lauter Schrei (es könnte auch Gekreische dabei gewesen sein, doch da will ich mich nicht festlegen ;) ) aus unseren Kehlen. Zugegebenermaßen: Ich war erleichtert, als ich das Tageslicht wieder in Empfang nahm und die Zahl der gefiederten Mäuse drastisch abnahm!

Wir Mädels sind keine großen Fans von Fledermäusen, die meisten Tansanier haben Angst vor Chameleons, da diese die Farbe wechseln können. Ein gut verstecktes Männchen konnten wir jedoch in einem Busch auftreiben und beobachten. Angeblich soll es auf Nahrungssuche gewesen sein - für mich sah es eher danach aus, dass er sich gerade  mitten im Tiefschlaf befand und extrem gelangweilt aussah... ;)

Männliches Chameleon - es war extrem gut versteckt! Irgendwann kamen wir an der Irente Farm des Irente Biodiversity Reserve an. Dort kann man gutes dunkles Brot, Marmelade, Chutney, viele verschiedene Milchprodukte und leckeren Fruchtsagt kaufen. Zwischendurch gönne ich mir da immer mal wieder eine Marmelade und auch das Brot ist nicht zu verachten! ;)

Irente Farm ist ein Teil des Irente Biodiversity Reserves - es gibt leckeres dunkles Brot, geniale Marmelade und super Mango Chutney! :)Diese Frage stelle ich mir auch manchmal... Doch der View Point, den kenne ich mittlerweile sehr gut! ;)

 

Von Karten, Briefen und Päckchen

Autor: Maren | Datum: 25 Oktober 2012, 10:27 | Kommentare deaktiviert

Für den Fall, dass irgendjemanden irgendwann einmal das Gefühl überfallen sollte mir unbedingt eine Karte oder einen Brief schreiben oder ein Päckchen packen zu wollen, dem möchte ich natürlich nicht untätig zur Seite stehen. ;) Bitte beachtet jedoch, dass meist nur normale Briefumschläge ohne harte Gegenstände, wie z.B. CDs, USB-Sticks und Co, es bis zur mir schaffen. Und auch von Päckchen muss ich leider abraten (sosehr mir das auch missfällt), doch diese kommen nur extrem selten bei mir an. Wer etwas Größeres hat, möge sich bitte bei meinen Eltern melden, vielleicht lässt sich ja etwas regeln, wenn man zusammen arbeitet. :)

Meine Adresse lautet:

Sebastian Kolowa Memorial University

C/O Maren Mühlenmeier

P.O. 370, Lushoto

Tanzania

Ich möchte euch nicht entmutigen, versucht es einfach mal! Nicht ganz uneigennützig dieser Blogeintrag, das muss ich schon zugeben… Aber: Ich liebe es, Post zu bekommen! :)

 

Whenever anybody of you feels like writing me a postcard or letter or thinks about sending me a parcel, then I want to give you some information: Not everything actually arrives at my place and especially envelopes with discs, USB-flashes and so on hardly find their way to me. Also sending parcels is a great gesture but unfortunately they get “lost” on their journey… :( If you still think about sending me something bigger, you can contact my parents and maybe you can work on it together. :)

I don’t want to discourage you concerning letters and so on, just give it a go! This blog article wasn’t completely unselfish, I have to admit that… But: I love receiving post! :)

 

Von einem pikären Gespräch und dessen Inhalt

Autor: Maren | Datum: 24 Oktober 2012, 14:35 | Kommentare deaktiviert

Was man nicht alles so erlebt...

Ich bin die Tage von Campus B aus nach Hause gegangen und dabei an einer Gruppe junger Männer vorbeigekommen. Ich habe – wie sonst auch – freundlich gegrüßt, wollte jedoch weitergehen und kein ellenlanges Gespräch führen. Doch wie mir bewusst war, würde so etwas als sehr unhöflich aufgefasst werden und darauf hatte ich nun auch nicht wirklich Lust.

Nun folgt eine grobe Übersetzung und Darstellung des Gespräches:

Mann: Kann ich ein wenig deiner kostbaren Zeit beanspruchen und mich ein bisschen mit dir unterhalten?

Eigentlich nicht wirklich, aber dann wäre wieder der unhöfliche Teil dabei gewesen… also:

Maren: Klar, was gibt es denn?

Mann: Wie heißt du?

Maren: Ich bin Maren und wie heißt du?

Mann: Ich heiße J. (den Namen anonymisiere ich, wenn’s recht ist! ;) ) Wie alt bist du?

Maren: Ich werde bald 20.

Ich kam noch nicht einmal dazu nach seinem Alter zu fragen, so schnell kann die nächste Frage schon hervorgeschossen!

Mann: Bist du verheiratet?

HALLO?! Etwas Privatsphäre bitte! Aber er war auch wieder mal nicht der Erste, der mir diese Frage stellte… Während der Vorstellung meiner Person und Tätigkeit im Year2-Jahrgang für Visual Impairment war die Frage, ob ich verheiratet bin, die erste, die mir gestellt wurde; noch vor Alter, Wohnort, Lieblingsfarbe etc. Mal schauen, wann ich nach der Körbchengröße gefragt werde... ;)

Maren: Nein, bin ich nicht.

Mann: Hast du einen festen Freund?

Na toll, was antworte ich jetzt? Wenn ich ja sage, dann muss ich die Lüge weiterstricken. Sage ich jedoch nein, dann habe ich ihn und wahrscheinlich noch 1000 andere Tansanier während des nächsten Jahres hinter mir her rennen… Dilemma² also!

Maren: Ehm..

Anscheinend habe ich ihm nicht schnell genug geantwortet, denn die nächste Frage schloss sich direkt an:

Mann: Planst du einen Tansanier zu heiraten?

Okay, nun wird es wirklich unangenehm… Ab morgen wird der Ring getragen, den mir meine Eltern zum 18. Geburtstag geschenkt haben! Der geht sicherlich als „Beziehungsring“ durch…! Doch wie kann ich jetzt bloß das Thema wechseln?!

Maren: Ich komme übrigens aus Deutschland.

Plump aber wirksam!

Mann: Ach, das ist aber interessant! Wie ist das denn so dort verglichen zu Tansania?

Wenn ich jetzt nur Gutes aufzähle, dann bestätige ich ja nur sein Bild vom goldenen Europa, wo alles super ist und „Probleme“ ein Fremdwort ist, deshalb folgende Antwort:

Maren: Obwohl Deutschland sicherlich nicht gerade ein armes Land ist, gibt es eine hohe Arbeitslosenquote und Armut ist auch vorhanden. Es ist selbst für gut qualifizierte Deutsche extrem schwer, eine Arbeit zu finden und viele leiden sehr darunter. Die Situation ist echt sehr angespannt und es gibt gaaaanz viel Kriminalität.

Lieber noch ein bisschen was drauf setzen, damit es die erhoffte Wirkung erziehlt, nech? ;)

Mann: Aha, denkst du denn, dass ich dort eine Chance hätte?

Hast du mir denn gar nicht zugehört?!

Maren: Was für eine Art von Chance? Urlaub machen? Studieren? Arbeiten? Je nach dem, was du machen möchtest, ist eine Sache immer wichtig: Du brauchst Kontakte, die dir mit Vorbereitungen, Schwierigkeiten und Durchführung deines Aufenthaltes helfen und dir auch so manches, was dir Unbekannt ist, erklären. Sonst wird es eine sehr zähe und unangenehme Zeit, das kannst du mir glauben. Doch das gleich betrifft auch mich: Ich bin dankbar für jede Information, jedes aufklärende Gespräch und ganz besonders, dass es Menschen gibt, die sich die Zeit dafür nehmen.

Mann: Das ist ja gut zu wissen! Du wärst dann ja mein Kontakt! Du hilfst mir also nach Deutschland zu kommen?

Eeeeh… Hatte ich davon jemals gesprochen? Hatte ich mich in den letzten Minuten angeboten? Anscheinend schon, nur ohne dass ich es bemerkt hatte. Aber ein kluger Schachzug folgte:

Maren: Wenn du so gerne nach Deutschland möchtest, dann sprich doch bitte deine Lehrer an. Die haben jede Menge Kontakte in die richtigen Bereiche und können dir da sicherlich sehr gut helfen! Ich kenne zwar jede Menge Deutsche, doch auf dem Fachgebiet Hearing Impairment bin ich definitiv keine große Hilfe.

Hat er es geschnallt?

Mann: Kann ich denn (stotter, stotter)

Ich musste etwas lachen, denn ich wusste bereits, was nun kommen wird! In solchen Situationen war ich schon oft.

Maren: Nein. Die Antwort auf deine Frage ist nein.

Der hat vielleicht komisch geguckt. Mit dieser Reaktion hat er definitiv nicht gerechnet!!

Mann: Aber warum denn?

Maren: Weil ich nicht einfach meine Handynummer bzw. allgemein Kontaktdaten herausgebe. Wir werden uns noch des Öfteren auf dem Campus sehen und dann können wir uns gerne unterhalten. Irgendwann vielleicht rücke ich dann die Nummer raus.

Das war zwar ein gewagter Schritt, aber anders wusste ich mir einfach nicht in diesem Moment zu helfen.

Mann: Kann ich dann deine Emailadresse haben?

Hallo?! Hast du mir nicht zugehört?!

Maren: Nein, auch das gebe ich dir nicht, die Begründung ist dieselbe wie gerade eben schon.

Mann: Warum? Traust du uns Tansaniern nicht?

Ein Grinsen konnte ich mir nicht verkneifen, denn die wahre Antwort wäre:

Maren: Wenn es um Handynummer geht? Nein, da traue ich euch tansanischen Männern definitiv nicht, denn sonst macht ihr euch unnötige Hoffnungen und ich werde mit merkwürdigen SMS Tag und Nacht überschwämmt. Darauf habe ich nicht wirklich Lust…

Doch was sagte ich? Man muss ja diplomatisch bleiben…

Maren: Es geht nicht um Vertrauen, sondern darum, dass ich auch in Deutschland nicht so schnell meine Kontaktdaten herausgebe. Da mache ich weder dort noch hier in Tansania einen Unterschied. Frag’ mal die deutschen Männer, die werden dir nichts anderes erzählen.

Irgendetwas musste ich ja antworten…! ;)

Irgendwie habe ich es dann irgendwann geschafft, mich aus diesem Gespräch zu bugsieren und konnte weiter meines Weges ziehen. Was genau daraufhin innerhalb der Gruppe besprochen wurde, weiß ich nicht, aber so wie sie mich verabschiedeten, scheine ich jetzt zumindest nicht kompletten unten durch zu sein. Das lässt doch aufatmen…

P.S. Lacht ihr euch nun schön einen ab? Mittlerweile kann ich auch darüber lachen, doch oft sind solche Situationen einfach nur unangenehm und sehr heikel… Den Ring trage ich übrigens wirklich! Danke Mama und Papa, er ist eine wahre Investition. :)

 

Von einer Überraschung und einer anstrengenden Chorprobe

Autor: Maren | Datum: 24 Oktober 2012, 14:20 | Kommentare deaktiviert

Hallo meine Lieben,

Nach einem –ausnahmsweise – vollen Arbeitstag, bin ich gestern gegen halb 3 Uhr nach Hause gekommen und habe dort eine Überraschung auf der Mauer vor dem Hauptgebäude sitzen sehen: Caroline Shedafa (Mitarbeiterin der VEM, die mit einem Tansanier verheiratet ist) ist zur Zeit in Tansania, fliegt jedoch heute Abend schon wieder zurück. Die Überraschung ist auf jeden Fall gelungen und wir konnten uns ein paar Minuten unterhalten; das tat sehr gut und war auf jeden Fall total schön! Danke dafür, Caroline! :)

Dann habe ich mich etwas hingelegt und die Augen sind immer kleiner geworden; auf das Buch konnte ich mich überhaupt nicht konzentrieren. Doch um halb 5 Uhr ist immer die Probe des Jugendchores im Nachbardorf Kost(i) und fehlen wollte ich nun auch nicht wirklich.

Ich dachte eigentlich immer von mir, dass ich recht gut in Multitasking bin, doch das, was ich da durchziehen soll, ist oft einfach nur ein riesiges Chaos an Armen und Beinen, die ich mir fast verknote, Mitsingen bzw. die richtigen Worte werden eigentlich eher mehr mitgestammelt und dann soll ich auch noch Lächeln?? Ich bitte euch…

Doch ein paar Lieder kann ich mittlerweile schon ohne meine handschriftlichen Notizen mitsingen – Liedtexte werden nur sehr selten aufgeschrieben, alle können sie eigentlich auswendig bzw. lernen sie während des Mitsingens und Noten gibt es nie! – und dann brauche ich mich nur noch auf das Tanzen und Lächeln konzentrieren. :) Dabei werden sich echt die unglaublichsten Bewegungen ausgedacht und nicht nur einmal bin ich dabei fast auf die Nase gefallen oder habe mir zumindest irgendetwas verheddert. Deren Rhythmus zu halten ist echt nicht so einfach, ohja!

Da ich mittags eine dieser Riesenportionen in der Cafeteria auf Campus B gegessen hatte (kleine gibt es dort nicht!), habe ich abends nur noch einen Tee getrunken, Musik gehört und ein wenig gelesen. Obwohl es erst gegen 7 oder 8 Uhr war, tendierte ich extrem stark dazu, einfach ins Bett zu gehen und zu schlafen! Die Müdigkeit siegte tatsächlich wie so oft…

Dann konnte ich mir selbst nur noch "lala salama" wünschen und die Augen schließen. :)